In diesem Moment steht die Zeit einfach still (Christina Stürmer: Mehr als perfekt)

Kennt ihr das, wenn man ein von einem Radiosender organisiertes Exklusivkonzert einer tollen Musikerin gewinnt? Ich auch nicht.
Umso besser, dass ich jemanden einen Freund nennen darf, der das kennt – und mich als seine Begleitung auswählt.

So geschehen letzte Woche, als Hit Radio Antenne1 ein Konzert von Christina Stürmer veranstaltete und 100 Gewinner samt Begleitung lauschen durften.
Aber nicht einfach irgendein Konzert. Ein Akustikkonzert über gute anderthalb Stunden, bei dem wir nicht einfach in der ersten Reihe standen, sondern direkt an der Bühne. Ein Konzert, das Christina in Harmonie mit ihrer Band so großartig und charmant gestaltete, dass ich mir dringend überlege, ob ich im Dezember nicht wieder komme.

Danke Robert, dass ich dich begleiten durfte! Ich hoffe, dass ich mich irgendwann auf eine annähernd ähnliche Weise revanchieren kann.

 

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Read ’n Food-Challenge: August 2013

Diesmal gibt es ein Buch, das nicht dem Genre „crime/thrill“ entstammt. Klingt komisch, kommt aber tatsächlich auch bei mir vor – ab und an.

Das Buch

„Selbstversuch Spanien – was mir in 52 Wochen alles vor die Hörner geriet“ von Andreas Drouve

Stets mittendrin und mit einem Augenzwinkern schreckt Andreas Drouve vor keinem Tabu zurück und ist niemandem verpflichtet, keinem Stierzuchtbetrieb, keiner Partei, keiner Fluglienie, nicht einmal dem guten Geschmack. Er singt einen Abgesang auf den spanischen Macho, überlistet die Gasgesellschaft, feiert mit Feuerläufern und Stelzentänzern, stößt als Jakobspilger-Souvenier auf das „Gummi des Weges“ und gerät in die Tentakel absurdester Bürokratie. Über allem schwebt die Frage: Ist Spanien wirklich so anders?

Begleiten Sie Drouve einmal quer durch die Wirrungen seiner Wahlheimat und seien Sie dabei, wenn Spaniens Wirklichkeit die Klischees übertrifft. Manches wird Ihnen Spanisch vorkommen. Manches noch merkwürdiger.

Als bekennender und manchmal nervender Spanien-Fan war dieses Buch sozusagen ein Muss für mich und seit ich davon erfahren habe, habe ich mich darauf gefreut. Jetzt allerdings weiß ich fast nicht, was ich darüber sagen soll. Denn: So typisch spanisch ist es eigentlich gar nicht.

Andreas Drouve nimmt den Leser in 52 kleinen, kurzweiligen Geschichten für ein Jahr lang mit in sein Leben als Deutscher in Spanien. Einmal pro Woche berichtet er so über Feste, Traditionen, bürokratische und andere Hindernisse oder ein wenig Geschichte. Nett geschrieben, amüsant zu lesen und interessant zu merken.

Über allem sollte die Erkenntnis „ja, so sind die Spanier mit ihren Eigenheiten“ schweben, aber irgendwie schwebt bei mir nichts. Zwischen all den speziellen Festen und Feiern, von denen wir bei uns auch welche haben, blickt bei mir nur eine Erkenntnis durch: Wirklich anders sind die Deutschen auch nicht. Wer schon mal versucht hat, den Telefonanbieter zu wechseln oder in einer Behörde schnell und unkompliziert eine Auskunft zu bekommen, wird wissen wovon ich rede.

Ich habe dieses Buch mit großer Freude gelesen und würde es auch jedem weiterempfehlen, der Spanien auch nur halb so gerne mag wie ich. Die Klischees allerdings wurden – wie im Klappentext ja so schön angekündigt – zumindest für mich nicht von der Wirklichkeit übertroffen. Aber ehrlichgesagt hatte ich das auch nie erwartet.
Daher gibt es von mir für den „Selbstversuch Spanien“ eine gute 2.
Im Fünf-Sterne-Prinzip hat es 4 Sterne verdient.

Das Essen
Spanischer Reisauflauf

Die Frage, ob dieses Gericht tatsächlich so spanisch ist wie es das Internet behauptet, bleibt offen – passt damit aber wunderbar zu einem Buch, das auch nur halb so spanisch ist, wie es von sich reden lässt.

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Read ’n Food-Challenge: Juli 2013

Dieser Monat hat es mir relativ leicht gemacht, da ich schon so lange darauf gewartet hatte, endlich dieses Buch lesen zu können – und es am Ende sogar doppelt hatte.

Das Buch
„Der Nachtwandler“ von Sebastian Fitzek

In seiner Jugend litt Leon Nader an Schlafstörungen. Als Schlafwandler wurde er während seiner nächtlichen Ausflüge sogar gewalttätig und deswegen psychiatrisch behandelt. Eigentlich glaubte er geheilt zu sein – doch eines Tages, Jahre später, verschwindet Leons Frau unter unerklärlichen Umständen aus der gemeinsamen Wohnung. Ist seine Krankheit etwa wieder ausgebrochen? Um zu erfahren, wie er sich im Schlaf verhält, befestigt Leon eine bewegungsaktive Kamera an seiner Stirn – und als er am nächsten Morgen das Video ansieht, macht er eine Entdeckung, die die Grenzen seiner Vorstellungskraft sprengt: Sein nächtliches Ich steigt durch eine ihm völlig unbekannte Tür hinab in die Dunkelheit…

Sebastian Fitzek zählt zu meinen Lieblingsautoren und wird meiner Meinung nach zu Recht als der Meister des deutschen Psychothrills bezeichnet.  Allein deswegen war ich schon voller Vorfreude auf dieses neuste Werk – bin mir aber noch nicht so recht sicher, ob meine Erwartungen wirklich erfüllt wurden.

„Der Nachtwandler“ ist ein klassischer Pageturner, bietet Psychothrill wie er sein soll und lässt einen auch am Schluss noch nicht los. Eigentlich sind genau das die Eigenschaften, die für mich, gepaart mit einer interessanten Story, ein perfektes Buch ausmachen. Und trotzdem hatte ich irgendwie Probleme damit, denn: Es ist einfach zu viel.

Normalerweise gibt es auch in Psychothrillern diese Momente, in denen sich sowohl der Protagonist als auch der Leser erholen kann. In denen er über das Geschehene nachdenken und sich überlegen kann, was wohl als Nächstes kommt. Das sind keine unspannenden oder gar langweilige Momente, ganz im Gegenteil  – sie sorgen vielmehr dafür, dass es kurz darauf schon wieder mit umso mehr Spannung weitergeht. Dem „Nachtwandler“ aber fehlen diese Momente völlig. Zum Durchatmen gibt es höchsten ein, zwei Sätze, bevor schon wieder die nächste Katastrophe passiert.

Leon stolpert von einer grauenvollen Überraschung zur nächsten – und am Ende weiß weder er noch der Leser, was nun eigentlich real und was geträumt ist. Oder was vielleicht sogar nichts von alledem ist. Irgendwann bin ich nicht mehr wirklich hinterher gekommen, und auch auf das Ende kann ich mir ehrlichgesagt bis jetzt keinen Reim machen. Das ist sogar fast ein wenig enttäuschend – auch wenn ich mit einer derartigen Auflösung gerechnet hatte, wirkt sie irgendwie fehl am Platz. Man hätte sich nach so einer rasanten Handlung doch etwas weniger banales erhofft. Und der Epilog schließlich wirft mehr Fragen auf als dass er beantwortet. Sicherlich könnte man das auch als sehr positiv auslegen, schließlich denkt jeder Leser so nochmal über das Buch nach und jeder kann seine eigene Meinung einfließen lassen. Ich persönlich habe jedoch lieber eine abgeschlossene Handlung bei der ich weiß, woran ich bin.

In der Danksagung kündigt Sebastian Fitzek an, dass das Buch nach „Das Kind“ als zweiter seiner Thriller verfilmt werden soll – und die Tatsache, dass er selbst schon sagt, sich dabei an einer entscheidenden Stelle nicht an die Romanvorlage halten zu werden, ist eigentlich noch enttäuschender als das Ende des Buches.

„Der Nachtwandler“ ist zwar für mich persönlich nicht das schlechteste Fitzek-Werk, dennoch kann ich nicht mehr als eine 3- geben.
Und auch im Fünf-Sterne-Prinzip reicht es nur für 3.
Beides jedoch wirklich schweren Herzens.

Das Essen
Fleischpflanzerl mit Bratkartoffeln

Auch wenn diesmal keine Stadt explizit genannt wird, spielen doch die Thriller von Sebastian Fitzek eigentlich immer in Berlin. Und zu einem nahezu urdeutschen Handlungsort gehört auch ein nahezu urdeutsches Essen. Ich weigere mich allerdings, die gängigen nord-, west-, ost- oder mitteldeutschen Begriffe hierfür zu verwenden, sondern werde immer nur das wohlklingende bayerische Fleischpflanzerl in den Mund nehmen.

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Aus dem Leben eines Busreisenden, Teil 1

Seit Anfang diesen Jahres dürfen nun auch Linienbusse auf Fernstrecken fahren, die bis dahin durch ein Monopol von der Bahn blockiert waren. Bedient wird genau die Strecke, die ich brauche und das auch noch zu einem Spottpreis – trotzdem hat es sieben Monate gedauert, bis ich zum ersten Mal außerhalb eines Schul- oder Arbeitsausfluges in einen Reisebus gestiegen bin.

Entschieden habe ich mich auf der Strecke München-Stuttgart für city2city. Kosten sollte mich der Spaß 8€ – für den günstigsten Preis, den ich bei der Bahn mit BahnCard25 und Frühbuchersparpreis für diese Fahrt bekommen kann, könnte ich also mit dem Bus fast zweimal fahren. Erwartet habe ich bei dem Preis zugegebenermaßen nicht allzu viel außer von A nach B zu kommen. Gott sei Dank wurde ich aber dann mehr als positiv überrascht.

Schon die Buchung lief erfreulich einfach und schnell: Die gewünschte Strecke auswählen, Uhrzeit anklicken, Name und E-Mail eingeben, auf Wunsch für ein SMS-Ticket auch die Handynummer, Sitzplatz aussuchen, Zahlungsmethode angeben und ab damit. Zehntelsekunden später hat auch schon mein Handy gepiept und ich hatte eine Mail mit dem Ticket in pdf-Form zum Ausdrucken.

Am Reisetag war der Bus am Münchner ZOB auch ganz einfach zu finden; eine halbe Stunde vor Abfahrt stand ein moderner Reisebus von Mercedes-Benz bereit – an Board zwei Fahrer, die sich noch ihre wohlverdiente Pause genehmigten, bevor es zehn Minuten vor Abfahrt an den Einstieg ging. Einer der Fahrer kümmerte sich um die Passagierliste (das geht heutzutage ja alles ganz einfach via iPad), der andere verstaute das Gepäck. Wie man es vom Flughafen kennt, gab es für jeden Koffer und jede Reisetasche ein Bändchen und man selbst die zugehörige Nummer dazu, damit es später auch keine Verwechslungen geben kann.

Im Bus selbst gab es bequeme Sitze mit – zumindest für mich kleinen Menschen, wie das ein 2m-Riese sieht, weiß ich nicht – ausreichend Beinfreiheit. Dank direkter Platzbuchung kam es auch zu keinem nervigen „wo soll ich denn nur sitzen“ der Mitreisenden. Für die mifahrenden Kinder wurden vom Fahrer sogar noch extra Kindersitze hervorgezaubert.

Los ging es dann relativ pünktlich und zur Einstimmung gab es erstmal einen Sicherheitsfilm. Fehlten eigentlich nur noch die Stewardessen mit ihren typischen Handbewegungen. Die Fahrt selbst verlief so, wie man es eben von einer Fahrt durch den Münchner Stadtverkehrt und über die A8 und B10 kennt – mal läuft es, mal stockt es, mal staut es. Aber für den dicken Unfall-Stau und die daraus resultierende 30-minütige Verspätung kann ja das Busunternehmen nichts. Und da ich ohnehin keinen Zeitdruck hatte und mit genug Proviant ausgestattet war, war es mir auch vollkommen egal, ob wir nun früher oder später ankommen. Der Halt in Augsburg ging dafür so flott, dass man es fast nicht mitbekommen hätte.

Was lässt sich also als Fazit sagen?
Die Buchung lief fantastisch, die Fahrt war angenehm, der Bus modern und sauber, die Toilette eben so, wie Bustoiletten sind – klein und eng. Aber hygienetechnisch einwandfrei. Und der Preis natürlich unschlagbar.
Zu bemängeln gibt es allerdings auch etwas, wenn auch nicht viel. Eine kurze Begrüßung und Vorstellung der Busfahrer wäre schön gewesen. Auch hätte man kurz vor Augsburg eine Durchsage machen können, damit man weiß, wo man gerade ist. Das kann aber auch daran gelegen haben, dass dort niemand ausgestiegen ist; vor Stuttgart hat sich der Beifahrer nämlich zu Wort gemeldet. Vielleicht sollte man auch den Sicherheitsfilm nach den einzelnen Stationen nochmal zeigen, damit auch die Zugestiegenen informiert sind. Und ein kleines Angebot an Getränken und Snacks ist auch nie verkehrt.

Alles in allem habe ich mich irgendwie ein bisschen gefühlt wie auf einem Schulausflug – nur eben mit unbekannten Klassenkameraden. Nochmal fahren werde ich auf jeden Fall. Das nächste Mal aber wahrscheinlich mit einem anderen Anbieter. Nicht, weil city2city schlecht war, im Gegenteil. Aber man möchte doch auch ein bisschen vergleichen.
Ob ich mir allerdings eine längere Fernstrecke im Bus zutrauen würde, weiß ich noch nicht. Grenzwertig waren diese dreieinhalb Stunden schon. Irgendwann möchte man doch mal gerne aufstehen und sich ein wenig die Beine vertreten. Eine Fahrt von acht Stunden oder mehr quer durch die Republik könnten da also ein wenig anstrengend werden. Deswegen werde ich meine BahnCard jetzt auch auf keinen Fall kündigen.

Achso. Noch die Frage, wieso ich denn eigentlich erst jetzt auf den Trichter Bus statt Bahn komme, wo ich doch so gerne unterwegs bin und mir  immer daran gelegen ist, Geld zu sparen. Ich will ehrlich sein – bisher dachte ich, ich könne im Bus genauso wenig lesen wie im Auto. Und was will ich auf einer dreistündigen Fahrt ohne was zu lesen? Richtig: Aussteigen. Erfreulicherweise ist das Experiment aber geglückt und meine Befürchtung hat sich nicht bewahrheitet. 1:0 für dich, Bus.

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Read ’n Food-Challenge: Juni 2013

Schon wieder ist es kurz vor knapp geworden, aber auch den Juni habe ich bewältigen können.

Das Buch
„Der Tod in mir“ von Paul Cleave

Als sein Vater als Serienmörder verhaftet wird, ist Edward Hunter noch ein Kind. Es gelingt ihm, die Vergangenheit abzuschütteln. Mittlerweile selbst Familienvater, führt er ein beschauliches Leben in Christchurch, Neuseeland. Doch plötzlich holt ihn die Gewalt wieder ein. Bei einem brutalen Banküberfall wird Edwards Frau Jodie kaltblütig erschossen. Der Schmerz des Verlusts droht Edward zu überwältigen. Und als wenig später seine kleine Tochter entführt wird, erwacht in Edward ein Dämon, der nur eins verlangt: Rache.

Gleich vorab das erste Geständnis: Ich habe das Buch nicht zu Ende gelesen. Der Klappentext versprach zwar einen spannenden Thriller, doch eigentlich hätte ich bei dem Wort „Dämon“ schon hellhörig werden müssen. Viel zu sehr ging es mir nämlich irgendwann in die Dan-Wells-Richtung, und schon dessen erstes Buch habe ich abgebrochen.

Es fängt eigentlich noch ganz nett an – wenn man sich auch als Deutscher erstmal daran gewöhnen muss, dass die Neuseeländer die Vorweihnachtszeit in brütender Hitze verbringen. Über das Verhalten Edwards während des Banküberfalls musste ich allerdings ein wenig den Kopf schütteln. Aber gut, wer weiß schon, wie er sich selbst in so einer Situation verhalten würde. Das nächste, was ich nicht verstanden habe, war die Tatsache, dass er danach schließlich seinen Vater, einen verurteilten Serienmörder, im Gefängnis besucht, zu dem er zuvor sein Leben lang keinen Kontakt wollte. Und genau damit fängt für mich das Übel an.

Edwards ständiger Begleiter ist nämlich „das Monster“, wie er es nennt – eine böse Stimme, die ihm unentwegt einredet, er müsse Menschen töten. Sein Vater kennt diese Stimme auch – sie hat ihn zum Serienmörder gemacht, nur hieß sie bei ihm „die Dunkelheit“. Natürlich versucht Edward sich zunächst dagegen zu wehren und widerspricht dem „Monster“, hat aber selbstredend keine Chance und macht sich irgendwann auf, um den ersten Mord zu begehen. Doch den verübt er natürlich nicht selbst, sondern das „Monster“.

Das treibt ihn bestimmt auch noch zu unzähligen weiteren Gräueltaten, aber das habe ich nicht mehr mitbekommen. Auch nicht, wie seine Tochter entführt wird, wer letztendlich den Banküberfall begangen hat, ob Edward schlussendlich seinem Vater Gesellschaft leisten kann und wie der ominöse Mord durch Fenstersturz zu Beginn des Buches damit zusammenhängt.

Dieses paranormal angehauchte Stimmen-Hören ist einfach nichts für mich. Wäre Edward normal geblieben, hätte ich das Buch vermutlich zu Ende gelesen, aber mit so einem Unsinn kann ich nichts anfangen. Da wäre mir ein normales Einmischen in die Ermittlungen, eine eigenmächtige Suche nach den Tätern und ein bei vollkommenen Bewusstsein gestarter Rachefeldzug wirklich lieber gewesen.

Trotzdem vergebe ich für eine eigentlich vielversprechende Story und für das, was vielleicht noch hätte kommen können die Note 4.
Im Fünf-Sterne-Prinzip springen immerhin noch zwei raus.

Das Essen
Banana Bread

Hier gleich das zweite Geständnis: Wirklich neuseeländisch ist das Essen vielleicht nicht. Aber da es für uns Europäer von dort nach Australien nur ein Katzensprung ist, lass ich einfach mal deren Lieblingsfrühstück für die Challenge durchgehen.

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Read ’n Food-Challenge: Mai 2013

Im April musste ich die Challenge leider umzugsbedingt pausieren lassen, aber aufgegeben habe ich noch nicht. Deswegen heute kurz vor Ende dieses verregneten Monats wieder ein bisschen literarisches Essen.

Das Buch
„Nordermoor“ von Arnaldur Indriðason

Was zunächst aussieht wie ein typisch isländischer Mord – schäbig, sinnlos und schlampig ausgeführt -, erweist sich als überaus schwieriger Fall für Erlendur von der Kripo Reykjavik. Wer ist der tote alte Mann in der Souterrainwohnung in Nordermoor? Warum hinterlässt der Mörder eine Nachricht bei seinem Opfer, die niemand versteht? – Während schwere Islandtiefs sich über der Insel im Nordatlantik austoben, wird eine weitere Leiche gefunden …

„Nordermoor“ ist der dritte Teil einer Reihe um Kommissar Erlendur von der Reykjaviker Kriminalpolizei, aber der erste, der ins Deutsche übersetzt wurde. Mir ist vor einiger Zeit der erste Teil in die Hände gefallen und ich habe sofort einen Narren an dieser Reihe gefressen, sodass ich mir die übrigen Teile auch zulegen musste. Das erwähne ich deswegen, weil ich normalerweise überhaupt nicht auf Reihen stehe, weil ich es nervig finde, dass man immer zig andere Bücher lesen muss um das zu verstehen, was man eigentlich haben wollte.

Nicht nur mit Buch-Reihen habe ich oft ein Problem, sondern auch mit nordischen Autoren. So wird mir zum Beispiel nie wieder ein Jo Nesbø ins Haus kommen. Anders aber mit Arnaldur Indriðason. Sein Schreibstil hat mir sofort gefallen und seltsamerweise macht es mir hier auch überhaupt nichts aus, dass Erlendur so ein typischer Vertreter der Gattung „einsamer, geschiedener Kommissar ohne Sozialleben aber dafür mit drogensüchtigen, kriminellen Kindern“ ist. Der Autor schafft es irgendwie, das alles so stimmig niederzuschreiben, dass einem seine Hautpfigur sofort sympathisch wird.

Das Buch beginnt mit einem Leichenfund und einem Zettel mit einer seltsamen Botschaft, mit der zunächst niemand etwas anfangen kann. Erst im Laufe der Ermittlung kristallisiert sich ein Verdacht heraus, was die Worte bedeuten könnten. Dabei deckt das Team um Erlendur – typisch für die Bücher von Arnaldur Indriðason – Vergehen auf, die weit in die Vergangenheit zurückreichen und ihre Spuren in die Gegenwart ziehen. Denn das Opfer war früher selbst Täter und seine Vergangenheit scheint ihn nun einzuholen. Erlendur stößt dabei auf Ärzte mit skurril anmutenden Sammelleidenschaften und auf Islands Gendatenbank, der sozusagen die Aufklärung des Falls zu verdanken ist.

Auch wenn sich das Buch teilweise ein bisschen holprig lesen lässt, was vermutlich der Übersetzung geschuldet ist, und sich streckenweise ein bisschen in die Länge zieht, ist „Nordermoor“ ein wunderbarer Krimi mit einer sympathischen Hauptperson. Wer Kriminalromane mag, die ein bisschen über das typische „whodunnit“ hinausgehen und Realitätsbezug aufweisen, ist mit Arnaldur Indriðason gut beraten. Das einzige, woran man sich gewöhnen muss, ist das islandtypische Duzen auch von fremden oder ranghöheren Personen. Aber vielleicht gibt auch genau das einem Buch wie diesem erst den besonderen Flair.

Nach Schulnoten vergebe ich eine gute 2+.
Im Fünf-Sterne-Prinzip hat „Nordermoor“ vier Sterne verdient.

Das Essen
Fiskibollur und Skúffukaka

Das Essen zu diesem Buch hat einen großen Nachteil: Ich kann es nicht aussprechen. Aber Gott sei Dank soll ja auch nicht gesprochen, sondern gegessen werden. Und deswegen gab es –  diesmal auf Deutsch – isländische Fischbällchen und als Nachtisch einen Schokokuchen. Erstere sind leider weit entfernt von der Form eines Bällchens, aber dafür schmeckt letzterer umso leckerer. Und das sage ich, die sonst überhaupt nicht auf Schokolade steht.

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I packed everything I owned (Lady Antebellum: Home is where the heart is)

In den letzten Wochen durfte ich mal wieder feststellen, dass es Dinge gibt, bei denen es praktisch wäre, sie würden sich von alleine erledigen. Umzüge zum Beispiel. Leider tun sie das aber nicht, und so musste ich mich alleine durch die Unmengen von Sachen wühlen, die sich in den letzten viereinhalb Jahren bei mir angesammelt haben. Auch wenn ich es geahnt hatte – erschreckend ist es trotzdem, wie viel Zeug sich auf 25m² ansammeln kann. Ich traue mich gar nicht, diese Masse auf eine dreimal so große Fläche hochzurechnen…

Nichtsdestotrotz ist es endlich geschafft und der erste Teil meines Umzugs abgeschlossen. Eigentlich würde ich mich ja jetzt gerne erholen, aber in zweieinhalb Wochen geht das Drama schon wieder von vorne los. Bis dahin heißt es: Zeit rumkriegen, aus Kisten leben und weitere Kartons packen. Und nebenher noch den stressigen Arbeitsalltag meistern. In der Hinsicht habe ich wirklich die dümmste Zeit für einen Umzug ausgesucht – wenn die Kollegin vier Wochen Urlaub hat. Aber dafür ist hoffentlich endlich Frühling und ich kann mich auf einem meiner zwei Balkone in der Sonne von den stressigen letzten Wochen erholen.

Bis dahin bin ich aber erstmal kaum zu erreichen – nicht per Telefon, nicht per Post. Vor anderthalb Jahrzehnten hätte das noch bedeutet, dass man total von der Außenwelt abgeschnitten wäre und darauf hoffen müsste, dass die Menschen, die einen erreichen wollen, irgendeinen Weg finden. Heute gibt es noch zig andere Möglichkeiten, mich zu kontaktieren. Manchmal ist die moderne Entwicklung ja doch ganz gut.

Wenn ich jetzt schonmal dabei bin, möchte ich natürlich auch gleich bei all denjenigen bedanken, die mir schon geholfen haben – aktiv oder passiv – und die mir in den nächsten Wochen noch helfen werden. Was wäre ich nur ohne euch!

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