Read ’n Food-Challenge: Januar 2014

Unglaublich, aber wahr: 365 Tage sind schon wieder vorbei. Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich mit dieser Challenge angefangen – und jetzt ist der letzte Monat gekommen. Zum Abschluss vereine ich zwei für mich wichtige und wertvolle Dinge: Spanien und crimethrill. Los geht’s!

Das Buch
„La última esperanza – Spanisch lernen mit Krimis“

Die Hitze in Barcelona ist eigentlich nur an einem Ort zu ertragen – in Rosas Café La Esperanza. Hier vertreiben sich Rosas Stammgäste die Zeit bei Espresso und Kartenspiel. Doch dann wird ganz in der Nähe eine junge Frau ermordet aufgefunden. Niemand scheint die illegal in Barcelona lebende Russin zu vermissen, aber der Todesfall lässt Rosa und ihren Gästen keine Ruhe. Eine Spur führt in das Barrio chino – und zu Ernesto, dem uneingeschränkten Herrscher im Rotlichtmilieu. Doch Rosas Ermittlungen bringen sie in große Gefahr…

Eigentlich dachte ich, ich könnte mit diesem Buch meine Spanisch-Kenntnisse aus der Schule auffrischen – schließlich heißt es „Grund- und Aufbauwortschatz“. Tatsächlich ist es aber wohl eher ein Fortgeschrittenen-Wortschatz. Seltsamerweise werden in Fußnoten nur die Wörter übersetzt, die man sich nun wirklich selbst hätte herleiten können – die wichtigen muss man dann selbst im Lexikon nachschlagen. Das habe ich am Anfang auch getan, aber es hält einfach noch mehr auf als es das Lesen in einer nicht gewohnten Sprache ohnehin schon tut. Deswegen bin ich dann ziemlich schnell dazu übergegangen, einfach zu lesen und mir Sinn und Zusammenhang einfach selbst zusammenzureimen. Dabei versteht man zwar nicht jedes Wort, klappt aber im Grunde erstaunlich gut.

Die Story an sich klang an und für sich sehr spannend, aber bei mir persönlich ist während des Lesens trotzdem keine rechte Spannung aufgekommen – einfach aufgrunddessen, dass ich zu sehr darauf konzentriert war, das Spanische zu verstehen, dass gar keine Zeit dafür war, die Geschichte wirken zu lassen. Hinzu kommt, dass die wörtliche Rede im Spanischen sehr umständlich gestaltet ist und der ungeübte Leser erstmal gar nicht versteht, was nun eigentlich gesprochen ist und was nicht. Dialoge sind nämlich nur mit einem Bindestrich am Anfang gekennzeichnet; die bei uns so beliebten Gänsefüßchen sind dagegen für Gedanken zuständig. Hätte ich das Buch auf Deutsch, würde ich es aber vermutlich in einem Rutsch durchlesen und fände es super, denn geschrieben ist es eigentlich gut und auch die Charaktere kommen durchaus glaubwürdig rüber.

Die angekündigten „zahlreichen Übungen“ sind auch nicht das, was ich erwartet habe. Erstens sind sie relativ bescheuert in den Text eingeflochten, nämlich mittendrin und nicht etwa am Ende eines Kapitels oder zumindest nach einem gedanklichen Absatz. Und zweitens weiß man oft überhaupt nicht, was zu tun ist (oder nur mir geht das so, weil ich zu blöd dafür bin) – wenn es einfach nur heißt „ergänze das richtige Wort“, gibt es dafür irgendwie sehr viele Möglichkeiten und nicht nur die, die in der Lösung angegeben ist. Und wenn es heißt „vervollständige die Sätze“ und die Sätze genau jene sind, die wortwörtlich im Absatz darüber stehen, ist der Sinn einer Übung irgendwie auch nicht richtig verstanden.

Fazit: Nette Geschichte, die in meiner Muttersprache sicherlich mein Herz gewinnen würde. Als Buch, das sich „Spanisch lernen“ nennt, allerdings – gerade für Anfänger – vollkommen ungeeignet. In Zukunft lieber Deutsche Bücher lesen und Spanisch so auffrischen wie jeder andere auch.
Deswegen diesmal gar keine Sterne-Bewertung und notenmäßig auch nur eine gut gemeinte 4.

Das Essen
Tarta de manzanas

So sehr mich das Buch genervt hat, so lecker ist dieser Spanische Apfelkuchen.

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