It’s a beautiful day and I can’t stop myself from smiling (Michael Bublé: It’s a beautiful day)

In den letzten siebzehneinhalb Jahren meines Lebens habe ich konzerttechnisch schon einiges erlebt.
Ich war auf Konzerten von mehrfachen Grammy-Gewinnern und auf solchen von Bands, die außer einer eingefleischten Fangemeinde niemand kennt. Ich hatte Konzerte in meinem eigenen Wohnzimmer und bin hunderte Kilometer nur für einen Abend gefahren. Ich habe jahrelang auf ein Konzert gewartet und mir erst am Mittag des Veranstaltungstages eine Karte gekauft. Ich durfte Konzerte von Bands besuchen von denen ich dachte, dass ich sie niemals live sehen würde und war an zwei Tagen hintereinander auf Konzerten derselben Band. Ich habe Konzerte mit Besucherzahlen im untersten zweistelligen Bereich und im mittleren fünfstelligen Bereich erlebt. Ich stand direkt an der Bühne und so weit weg, dass ich die Band nur noch hören konnte. Ich war auf Konzerten in kleinen Clubs und großen Stadien. Ich war backstage, stand auf Gästelisten und bin zu spät gekommen. Ich hatte vor, während und nach Konzerten Herzklopfen, Gänsehaut und Tränen in den Augen.
Ich möchte nicht sagen, dass das Konzert von Michael Bublé in München das alles zusammen übertroffen hat. Aber es war sehr nahe dran.

Schon Naturally7 als Vorband haben richtig Spaß gemacht und dem Publikum tüchtig eingeheizt. Aber was Michael Bublé dann selbst abgeliefert hat, war schlichtweg ganz großes Kino, das sich nur schwer in Worte fassen lässt.
Eine Bühnenshow, wie ich es noch nie erlebt habe und ein Sänger, den man wahrscheinlich zu den größten Entertainern unserer Zeit zählen sollte. Witzig, charmant, sympathisch, spontan und voller Energie. Vor allem aber merkt man ihm an, dass er auch nach so vielen Jahren noch gerne auf der Bühne steht. Natürlich ist die Show bei jedem Konzert dieselbe, die Gags auswendig gelernt und die Sprüche einstudiert. Aber trotzdem wirkte es bei Michael Bublé vielmehr so, als sei er wirklich nur für diesen einen Auftritt da. Während andere einfach ihr Bühnenprogramm abspulen und man das auch merkt, hatte man bei ihm das Gefühl, als gehöre das einfach hierhin. In diesen Moment und auf dieses Konzert. Dass das Publikum am Tag zuvor über dasselbe gelacht hat und es das Publikum am Tag danach auch tun wird, war einfach nicht wichtig. Zehntausend Menschen das Gefühl zu geben, dass man jedem einzelnen dankbar dafür ist, dass er gekommen ist, schaffen vermutlich nicht viele Künstler. Und auch ich habe selten ein Konzert erlebt, bei dem tatsächlich das Publikum im Mittelpunkt zu stehen scheint. Von Musikern, denen man die Freude über den eigenen Auftritt so anmerkt, sollte es wahrlich mehr geben.

Wer jemals in die Verlegenheit kommen sollte, Michael Bublé live zu erleben, der sollte sich keinesfalls von den hohen Ticketpreisen abschrecken lassen. Jeder Cent ist es wert. Wer es schafft, eine ausverkaufte Münchner Olympiahalle ohne Mikrofon bis in die obersten Ränge zu beschallen, der kann wirklich was. Und auch wenn man nach einem solchen Konzert vielleicht nicht unbedingt Fan dieses Musikgenre wird, wenn man es vorher nicht war – Fan von der Person wird man auf jeden Fall.

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