Read ’n Food-Challenge: August 2013

Diesmal gibt es ein Buch, das nicht dem Genre „crime/thrill“ entstammt. Klingt komisch, kommt aber tatsächlich auch bei mir vor – ab und an.

Das Buch

„Selbstversuch Spanien – was mir in 52 Wochen alles vor die Hörner geriet“ von Andreas Drouve

Stets mittendrin und mit einem Augenzwinkern schreckt Andreas Drouve vor keinem Tabu zurück und ist niemandem verpflichtet, keinem Stierzuchtbetrieb, keiner Partei, keiner Fluglienie, nicht einmal dem guten Geschmack. Er singt einen Abgesang auf den spanischen Macho, überlistet die Gasgesellschaft, feiert mit Feuerläufern und Stelzentänzern, stößt als Jakobspilger-Souvenier auf das „Gummi des Weges“ und gerät in die Tentakel absurdester Bürokratie. Über allem schwebt die Frage: Ist Spanien wirklich so anders?

Begleiten Sie Drouve einmal quer durch die Wirrungen seiner Wahlheimat und seien Sie dabei, wenn Spaniens Wirklichkeit die Klischees übertrifft. Manches wird Ihnen Spanisch vorkommen. Manches noch merkwürdiger.

Als bekennender und manchmal nervender Spanien-Fan war dieses Buch sozusagen ein Muss für mich und seit ich davon erfahren habe, habe ich mich darauf gefreut. Jetzt allerdings weiß ich fast nicht, was ich darüber sagen soll. Denn: So typisch spanisch ist es eigentlich gar nicht.

Andreas Drouve nimmt den Leser in 52 kleinen, kurzweiligen Geschichten für ein Jahr lang mit in sein Leben als Deutscher in Spanien. Einmal pro Woche berichtet er so über Feste, Traditionen, bürokratische und andere Hindernisse oder ein wenig Geschichte. Nett geschrieben, amüsant zu lesen und interessant zu merken.

Über allem sollte die Erkenntnis „ja, so sind die Spanier mit ihren Eigenheiten“ schweben, aber irgendwie schwebt bei mir nichts. Zwischen all den speziellen Festen und Feiern, von denen wir bei uns auch welche haben, blickt bei mir nur eine Erkenntnis durch: Wirklich anders sind die Deutschen auch nicht. Wer schon mal versucht hat, den Telefonanbieter zu wechseln oder in einer Behörde schnell und unkompliziert eine Auskunft zu bekommen, wird wissen wovon ich rede.

Ich habe dieses Buch mit großer Freude gelesen und würde es auch jedem weiterempfehlen, der Spanien auch nur halb so gerne mag wie ich. Die Klischees allerdings wurden – wie im Klappentext ja so schön angekündigt – zumindest für mich nicht von der Wirklichkeit übertroffen. Aber ehrlichgesagt hatte ich das auch nie erwartet.
Daher gibt es von mir für den „Selbstversuch Spanien“ eine gute 2.
Im Fünf-Sterne-Prinzip hat es 4 Sterne verdient.

Das Essen
Spanischer Reisauflauf

Die Frage, ob dieses Gericht tatsächlich so spanisch ist wie es das Internet behauptet, bleibt offen – passt damit aber wunderbar zu einem Buch, das auch nur halb so spanisch ist, wie es von sich reden lässt.

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