Read ’n Food-Challenge: Juli 2013

Dieser Monat hat es mir relativ leicht gemacht, da ich schon so lange darauf gewartet hatte, endlich dieses Buch lesen zu können – und es am Ende sogar doppelt hatte.

Das Buch
„Der Nachtwandler“ von Sebastian Fitzek

In seiner Jugend litt Leon Nader an Schlafstörungen. Als Schlafwandler wurde er während seiner nächtlichen Ausflüge sogar gewalttätig und deswegen psychiatrisch behandelt. Eigentlich glaubte er geheilt zu sein – doch eines Tages, Jahre später, verschwindet Leons Frau unter unerklärlichen Umständen aus der gemeinsamen Wohnung. Ist seine Krankheit etwa wieder ausgebrochen? Um zu erfahren, wie er sich im Schlaf verhält, befestigt Leon eine bewegungsaktive Kamera an seiner Stirn – und als er am nächsten Morgen das Video ansieht, macht er eine Entdeckung, die die Grenzen seiner Vorstellungskraft sprengt: Sein nächtliches Ich steigt durch eine ihm völlig unbekannte Tür hinab in die Dunkelheit…

Sebastian Fitzek zählt zu meinen Lieblingsautoren und wird meiner Meinung nach zu Recht als der Meister des deutschen Psychothrills bezeichnet.  Allein deswegen war ich schon voller Vorfreude auf dieses neuste Werk – bin mir aber noch nicht so recht sicher, ob meine Erwartungen wirklich erfüllt wurden.

„Der Nachtwandler“ ist ein klassischer Pageturner, bietet Psychothrill wie er sein soll und lässt einen auch am Schluss noch nicht los. Eigentlich sind genau das die Eigenschaften, die für mich, gepaart mit einer interessanten Story, ein perfektes Buch ausmachen. Und trotzdem hatte ich irgendwie Probleme damit, denn: Es ist einfach zu viel.

Normalerweise gibt es auch in Psychothrillern diese Momente, in denen sich sowohl der Protagonist als auch der Leser erholen kann. In denen er über das Geschehene nachdenken und sich überlegen kann, was wohl als Nächstes kommt. Das sind keine unspannenden oder gar langweilige Momente, ganz im Gegenteil  – sie sorgen vielmehr dafür, dass es kurz darauf schon wieder mit umso mehr Spannung weitergeht. Dem „Nachtwandler“ aber fehlen diese Momente völlig. Zum Durchatmen gibt es höchsten ein, zwei Sätze, bevor schon wieder die nächste Katastrophe passiert.

Leon stolpert von einer grauenvollen Überraschung zur nächsten – und am Ende weiß weder er noch der Leser, was nun eigentlich real und was geträumt ist. Oder was vielleicht sogar nichts von alledem ist. Irgendwann bin ich nicht mehr wirklich hinterher gekommen, und auch auf das Ende kann ich mir ehrlichgesagt bis jetzt keinen Reim machen. Das ist sogar fast ein wenig enttäuschend – auch wenn ich mit einer derartigen Auflösung gerechnet hatte, wirkt sie irgendwie fehl am Platz. Man hätte sich nach so einer rasanten Handlung doch etwas weniger banales erhofft. Und der Epilog schließlich wirft mehr Fragen auf als dass er beantwortet. Sicherlich könnte man das auch als sehr positiv auslegen, schließlich denkt jeder Leser so nochmal über das Buch nach und jeder kann seine eigene Meinung einfließen lassen. Ich persönlich habe jedoch lieber eine abgeschlossene Handlung bei der ich weiß, woran ich bin.

In der Danksagung kündigt Sebastian Fitzek an, dass das Buch nach „Das Kind“ als zweiter seiner Thriller verfilmt werden soll – und die Tatsache, dass er selbst schon sagt, sich dabei an einer entscheidenden Stelle nicht an die Romanvorlage halten zu werden, ist eigentlich noch enttäuschender als das Ende des Buches.

„Der Nachtwandler“ ist zwar für mich persönlich nicht das schlechteste Fitzek-Werk, dennoch kann ich nicht mehr als eine 3- geben.
Und auch im Fünf-Sterne-Prinzip reicht es nur für 3.
Beides jedoch wirklich schweren Herzens.

Das Essen
Fleischpflanzerl mit Bratkartoffeln

Auch wenn diesmal keine Stadt explizit genannt wird, spielen doch die Thriller von Sebastian Fitzek eigentlich immer in Berlin. Und zu einem nahezu urdeutschen Handlungsort gehört auch ein nahezu urdeutsches Essen. Ich weigere mich allerdings, die gängigen nord-, west-, ost- oder mitteldeutschen Begriffe hierfür zu verwenden, sondern werde immer nur das wohlklingende bayerische Fleischpflanzerl in den Mund nehmen.

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