Read ’n Food-Challenge: März 2013

Im Gegensatz zum letzten Monat war es diesmal ein leichtes, das Buch zu lesen. Dass es dennoch so lange gedauert hat, bis ich meinen Beitrag erstellen konnte, hat einen ganz banalen Grund: Ich hatte Urlaub. Wieso das wichtig ist, erfahrt ihr gleich.

Das Buch
„Ein toter Lehrer“ von Simon Lelic

Schulversammlung in der drückenden Hitze eines Londoner Sommers. Der Geschichtslehrer betritt die Aula – und eröffnet das Feuer: Drei Schüler und eine Lehrerin sterben, dann richtet er sich selbst.
Auf Druck von oben soll die junge Ermittlerin Lucia May den Fall schnellstmöglich abschließen. Was trieb einen kultivierten, schüchternen Lehrer zu diesem grauenvollen Verbrechen? Wie ein Puzzle setzt sie die Aussagen seiner Kollegen, der Schüler und Eltern zusammen – und bring Unvorstellbares ans Licht…

Während der ersten Seite habe ich mich noch gefragt, wie das, was ich da gerade lese, mit dem zu tun haben soll, worum es in diesem Buch gehen soll. Ich hatte erwartet, von einem Amoklauf eines Lehrers zu lesen, stattdessen brauchte es etwas Zeit, bis ich verstanden habe, was dort tatsächlich beschrieben wird: Die Zeugenaussage eines Schülers.

Solche – nicht nur von Schülern und deren Eltern, auch von Kollegen und Angehörigen des Täters – tauchen im Verlauf des Buches immer wieder auf. Um genau zu sein, bestehen die Kapitel immer abwechselnd aus einer Aussage und dem Geschehen in der Gegenwart, einige Tage nach der Tat, in der wir die ermittelnde Kommissarin begleiten, die mit der Aufklärung des Amoklaufs betraut wurde.

Diese wird von allen Seiten unter Druck gesetzt, die Ermittlungen möglichst schnell abzuschließen. Dabei scheint sie die einzige zu sein, die wirklich an einer Aufklärung interessiert ist und nicht lediglich einen Bericht mit den Worten „der Lehrer ist ausgerastet und hat um sich geschossen. Ihm allein gebührt die Schuld“ schreiben möchte. Im Laufe des Buches bekam ich immer mehr Mitgefühl mit Lucia May, die sich nicht nur unter lauter männlichen Kollegen behaupten muss, sondern die auch eine andere Art von Ermittlung führen will, als sie darf.

Doch nicht nur mit der Kommissarin bekommt man Mitgefühl, sondern auch oder vielleicht sogar hauptsächlich mit dem vermeintlichen Amokläufer Samuel Szajkowski. Wieso schreibe ich an dieser Stelle „vermeintlich“, obwohl doch – anders als in anderen Krimis und Thrillern – schon von der ersten Seite an klar ist, dass dieser Lehrer tatsächlich der Täter ist? Nun, das ist schwierig zu erklären. Vor allem, ohne zu viel vom Inhalt des Buches zu verraten. Nur so viel: Niemand handelt von sich aus so, wie er handelt. Dafür ist dieses Buch ein Paradebeispiel.

„Ein toter Lehrer“ ist ein Psychothriller wie er (achtung, schlechts Wortspiel) im Buche steht. Und dabei kommt er vollkommen ohne Darstellung von Gewalt aus sondern greift den Leser da an, wo es am meisten wehtut: In der Psyche. Dieses Buch geht wirklich an die Nieren und zwingt einen, auch dann noch darüber nachzudenken, wenn es schon lange zugeklappt ist. Minimalste Minuspunkte gibt es nur im Schreibstil der Zeugenaussagen, doch die sind lediglich persönlicher Natur.

Eine Bewertung nach Schulnoten ergäbe eine 1-.
Im Fünf-Sterne-Prinzip vergebe ich die Höchstpunktzahl.
Ein Buch, das man unbedingt gelesen haben sollte – auch oder vielleicht gerade im Schulunterricht – und das sich eigentlich durch nichts treffender beschreiben lässt als durch das aufgedruckte Zitat von Sebastian Fitzek:

Selten war ein unblutiges Buch so grausam.

Das Essen
Brotzeit

Bei einem Buch, in dem es um eine Schule geht, liegt nichts näher als sich selbst eine Brotzeit zuzubereiten. Und da kommt mein oben erwähnter Urlaub ins Spiel: In den vergangenen zwei Wochen habe ich keine gebraucht. Wie es schmeckt, werde ich allerdings erst morgen erfahren.

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4 Antworten zu Read ’n Food-Challenge: März 2013

  1. staubmaedchen schreibt:

    Das Buch hört sich echt interessant an (:

  2. mianele schreibt:

    Die Idee ist toll – Essen & Lesezeit 🙂 Aber deine Rezension über das Buch hört sich wirklich positiv an. Vielleicht werd ich es auf meine Leseliste setzen. LG

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