One day, baby, we’ll be old […] and think of all the stories that we could have told (Asaf Avidan: One day)

Wir werden leider alle nicht jünger. Und wer weiß, ob nicht tatsächlich eines Tages der Tag kommt, an dem wir an all die tollen Sachen denken, die wir hätten erleben können. Dinge, über die man sagt, man will noch seinen Enkeln davon erzählen – und es dann doch nicht tun kann, weil es nicht dazu kam.

Vielleicht kennt jemand den Film „Das Beste kommt zum Schluss“ – im Original „The Bucket List“ – mit Jack Nicholson und Morgan Freeman. In diesem Film geht es genau darum – das zu tun, was man wirklich will, bevor man stirbt. Deswegen arbeiten die beiden Hauptcharaktere eine Löffel-Liste ab, die gefüllt ist mit allerlei Dingen, die sie in ihrem Leben unbedingt getan haben wollen. Manches ist einfacher, manches schwerer zu erfüllen, manches klingt banal, manches nach einer Lebensaufgabe, und ob es den beiden schlussendlich gelingt, alles auf der Liste streichen zu können, will ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten – aber jedem diesen wunderschönen, herzerwärmenden Film ans Herz  legen:

Warum ich diesen Film ausgerechnet heute – ziemlich genau fünf Jahre nach dem Kinostart in Deutschland – ausgrabe? Nun, ganz einfach: Als ich ihn im Kino gesehen habe, habe ich mir vorgenommen, auch eine Löffel-Liste zu schreiben. Nur leider ist es bis heute nicht dazu gekommen. Jetzt aber, wo ich das im Titel zitierte Lied täglich im Radio höre und jedes Mal an ebendieser Zeile hängenbleibe, ist es mir wieder ins Gedächtnis gekommen und es wird einfach Zeit, diese Liste endlich mal schriftlich festzuhalten. Was also will ich getan haben, bevor ich den Löffel abgebe?

Ich will

  • an einem Flashmob teilgenommen haben
  • Blut gespendet haben
  • das Gefühl vollkommener Freiheit erlebt haben
  • das ultimative Foto geschossen haben
  • ein Fotoshooting gehabt haben
  • ein Konzert von Lady Antebellum in Nashville besucht haben
  • eine Transantlantik-Schiffsreise unternommen haben
  • einem Menschen das Gefühl gegeben haben, geliebt zu werden
  • einen Text in einem Printmedium veröffentlicht haben
  • einen Tourbus von innen gesehen haben
  • Fallschirm gesprungen oder Gleitschirm geflogen sein
  • goldene Hochzeit gefeiert haben
  • in einem Tonstudio bei einer Albumaufnahme dabei gewesen sein
  • in Island die Eruption eines Geysirs erlebt haben
  • in der Kriminaltechnik-Abteilung eines Landes- oder des Bundeskriminalamtes gearbeitet haben
  • mein Patenkind in der Dominikanischen Republik besucht haben
  • meine Kinder in einem spießigen Einfamilienhaus mit Garten aufwachsen gesehen haben
  • mindestens ein Jahr im Ausland gelebt haben, am besten im spanischsprachigen
  • von einem Enkelkind umarmt worden sein

Wer weiß, ob ich mir jeden dieser Punkte erfüllen können werde. Wer weiß, wie lange es dauern wird. Und wer weiß, ob im Laufe der Jahre nicht auch noch etwas dazukommt. Aber ich weiß, dass es eines Tages zu spät sein wird und ich dann nur noch dasitzen kann und über das nachdenken, was ich hätte tun und erleben können. Und dass es deswegen Zeit wird, mit dem Abarbeiten dieser Liste anzufangen.

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2 Antworten zu One day, baby, we’ll be old […] and think of all the stories that we could have told (Asaf Avidan: One day)

  1. Alex schreibt:

    Listen sind toll! Viel Erfolg beim „Abarbeiten“ 🙂

  2. Pingback: Löffelliste: Blutspenden | yourtimewillcome

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