On the other side of a street I knew, stood a girl that looked like you, I guess that’s Déjà-vu, but I thought this can’t be true (Train: Drive By)

Seit ich umgezogen bin, laufen mir ständig Leute über den Weg, die ich kenne. Nur leider in der falschen Stadt.

Bin ich in Stuttgart, sehe ich Eltern meiner Kindergartenkinder oder ehemalige Mitschüler.
Bin ich in München, sehe ich Kommilitonen oder Ausbildungskollegen.
Und immer dauert es einen Moment, bis mir einfällt, dass das gar nicht sein kann.

Ironischerweise kann ich aber die Male, die ich tatsächlich in der richtigen Stadt richtige Bekannte getroffen habe, an einer Hand abzählen. Vermutlich warten die einfach immer am jeweils anderen Ort auf mich.
Wir sind hier ja nicht Amerika, wo man in einem kleinen Städtchen eine Bekannte aus der Heimat trifft, die einem dort sonst nie über den Weg läuft.

Manchmal frage ich mich, ob ich nochmal irgendwohin umziehen sollte. Andererseits steigt dadurch vielleicht die Chance, die Leute endlich an den richtigen Orten zu treffen.

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Und alles was uns bleibt, ist ein neuer Morgen (JULI: Tage wie dieser)

Das schlimmste an einem Konzert ist der Moment, in dem es anfängt. Warum? Weil dann auch das Ende so nahe rückt.

Da wartet man Tage, Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre auf diesen einen Tag. Man hibbelt, plant, zählt die Tage, geht seinen Mitmenschen auf den Geist und platzt fast vor lauter Vorfreude. Es dauert einem immer zu lange, man würde am liebsten sofort schon losziehen und bereitet sich wochenlang vor, indem man ein ums andere Mal und ununterbrochen die Musik hört, die man bald live erleben wird.

Und dann ist dieser langersehnte Tag endlich gekommen und während man noch auf den Einlass wartet und die Vorfreude ihren Höhepunkt erreicht hat, beschleicht einen langsam aber sicher das Gefühl, dass alles vorbei ist, wenn man am nächsten Tag aufwacht. Dass es dann vorbei ist und man nichts weiter tun kann als in Erinnerungen schwelgen. Und wenn dann die ersten Töne erklingen und das Ende so nahe ist wie nie zuvor, bleibt einem nichts, als wenigstens diese letzten Stunden zu genießen und keinen Gedanken daran zu verschwenden, dass es bald vorbei ist.

Es gibt nur eine einzige Sache, die in so einem Fall hilft: Bereits vor Beginn des Endes des einen Konzertes die Vorfreude auf das nächste zu haben. Schon mit den ersten erklingenden Tönen die nächsten Tage zählen.
Vielleicht ist das der Grund, warum ich so oft auf Konzerte muss. Weil ich nicht ohne diese wunderbare Vorfreude sein will.

Noch habe ich 29 Tage zu zählen. Und danach sind es auch nur noch 53. Bis dahin hat sich hoffentlich wieder etwas neues ergeben.

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Wir müssen nicht immer die Besten sein, Wir sollten nur echt und ehrlich sein (Christina Stürmer: Das können wir sein)

Heute ist Vorlesungsbeginn. Tausende von Studenten strömen wieder in die Hörsäle. Ich – nicht.

Zwar bin ich noch eingeschrieben für dieses, mein viertes, Semester, aber eigentlich bin ich Studienabbrecherin. Habe schon im letzten Semester einiges schleifen lassen und mich von vielen Klausuren wieder abgemeldet. Warum? Weil ich tief in mir drin keine Studentin bin – weil ich nie eine war.

Es ist ja nicht so, als würde mich das Studium und die Biologie im Allgemeinen nicht interessieren. Sonst hätte ich mich vor anderthalb Jahren kaum dazu entschlossen. Aber Wissen kann man auch auf anderen Wegen erlangen als anderthalb Stunden in einer Vorlesung zu sitzen und sich zu fragen, was man dort eigentlich tut. Genauso wenig ist es so, als würde ich nicht gerne in die Uni gehen. Aber irgendwann merkt man, dass man es nur noch wegen seiner Kommilitonen, seines HiWi-Jobs und höchstens zwei Vorlesungen in der Woche macht. Dass einem die Praxis um Welten lieber ist als die Theorie. Und dann läuft eindeutig etwas falsch.

Was habe ich von einem Leben, das kein Leben ist, sondern nur aus Vorlesungen, Klausuren, Praktika, Kolloquien, Protokollen, Übungen und Klausuren besteht? Ein Unileben, in dem man nur daran, wie voll die S-Bahn ist, merkt, ob Vorlesungszeit ist oder nicht, weil man ohnehin nahezu jeden Tag dort sein muss? In dem man selbst während Essen und Duschen von einem schlechten Gewissen geplagt wird, weil man nicht für die in vier Wochen anstehende Klausur lernt? Vor meinem Entschluss, aufhören zu wollen, waren meine letzten freien Tage ohne schlechts Gewissen Ostern des vergangenen Jahres – wann die nächsten gekommen wären, steht in den Sternen.

Es gibt Menschen, die das alles aushalten. Die doppelt so lange zur Uni unterwegs sind wie ich. Die zeitfressende Hobbies haben und sich nebenher auch noch ehrenamtlich engagieren. Die in jeder Vorlesung in der ersten Reihe sitzen. Die inhaltliche Fehler in Lehrbüchern finden. Die Fragen beantworten, bevor sie gestellt wurden. Die mit den Professoren darüber diskutieren, wie die Vorlesung noch besser werden kann. Die regelmäßig die besten Noten des Semesters schreiben, ohne groß gelernt zu haben. Ich gehöre nicht dazu.
Ich habe Hobbies, bei denen ich mich entspannen will und keine Sekunde an die Uni denken. Ich verkrümel mich lieber nach hinten und habe meine Ruhe. Ich finde nur sprachliche Fehler. Ich habe noch nicht mal angefangen, über die Frage nachzudenken. Ich nehme die Dinge hin, wie sie sind. Und ich bin froh über jede Klausur, die einfach nur bestanden ist.

Ob ich es bereuen werde? Sicher. Sobald ich einen Job gefunden habe, im Laboralltag angekommen bin, mich jeden Morgen aus dem Bett quäle und nur eine begrenzte Zahl an Urlaubstagen zur Verfügung habe. Aber genauso würde ich es bereuen, weiterzumachen und nicht den Mut gehabt zu haben, einen Schlussstrich gezogen zu haben. Wer weiß schon, was das Leben sonst noch für einen bereit hält.

Eigentlich wollte ich nach dem Abi ohnehin nie studieren, weil ich damals schon wusste, dass das nichts für mich ist. Dafür habe ich es erstaunlich lange ausgehalten. Irgendwann werde ich mich fragen, warum ich nicht von Anfang an darauf verzichtet habe. Warum ich es unbedingt probieren wollte. Warum ich nicht auf mein Inneres gehört habe und sofort wusste, was das Richtige für mich ist. Als Antwort werde ich es mit einem Zitat aus einem Comic eines deutschen Cartoonisten halten:
“… Sie werden feststellen, dass es die Freundschaften und die Erfahrungen sind, die Sie auf der langen Suche gesammelt haben.”

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Nachtrag zu: I don’t care, if it’s YSL, I don’t care, if it’s Chanel (Amy MacDonald: This Pretty Face)

Auf was man ab und an in Versandhauskatalogen stößt, hatte ich vor beinahe genau einem Jahr bereits in diesem Beitrag berichtet.

Was ich dabei aber vollkommen missachtet habe, ist, dass man Dinge auch manchmal umdrehen sollte. Deswegen ist mir erst heute aufgefallen, was sich auf der Rückseite dieses “Abend Kleid”-Schnipsels befindet. Umso mehr musste ich lachen.

Das bedeutet also, dass man in diesem Versand Haus (!) ein Abend Kleid samt Rock bestellen kann. Fantastisch!

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Kein Platz für uns im Garten Eden (Christina Stürmer: Bis ans Ende der Welt)

Wenn man viel auf Konzerten unterwegs ist, kommt man auch viel rum. Manche Orte sind schöner als andere, manche seltsamer als andere. Was ich diesmal entdeckt habe, klingt eigentlich erstmal schön. Apollotempel. Badhaus. Beinahe schon paradiesisch. Und dennoch:

Ich habe das Ende der Welt gefunden!

Schaut man sich den dortigen Bahnhof so an, könnte man auch fast in Versuchung geraten zu glauben, dass das Ende der Welt tatsächlich nahe ist.

Vielleicht weiß der ein oder andere ja sogar, wo ich mich befunden habe.

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Augen auf bei der Namenswahl, Teil 1

Dass es viele Eltern gibt, die sich bei der Namenswahl ihrer zukünftigen Kinder viel zu wenig Gedanken machen, wissen wir spätestens seit es die Chantalismus-Seite öffentlich gemacht hat.

Dass dieser Chantalismus aber auch vor Dienstleistungsunternehmen keinen Halt macht, konnte ich neulich in Stuttgart beobachten:

Wie viele Kunden dieser Optiker hat, ist unbekannt. Wie viele davon zufrieden sind, noch weniger.

Auch im Supermarkt lauern ab und zu Chantalismus-Fallen:

Bisher habe ich mich noch nicht getraut, dieses Brot zu kaufen. Geschmacklich kann es mich allein aufgrund des Namens einfach nicht überzeugen.

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And everybody’s screaming out, yeah, yeah, yeah (Lady Antebellum: Stars tonight)

Es gibt ja so Dinge im Leben, bei denen man nie gedacht hat, dass sie sich eines Tages erfüllen würden. Das sind hauptsächlich solche, auf die man selbst keinen Einfluss hat und bei mir handelt es sich bei diesen Dingen vorwiegend um Konzerte.

Nachdem sich mir letztes Jahr schon ein langgehegter Lebenstraum in Form eines Roxette-Konzerts erfüllt hat, war ich schon bereit zu glauben, dass sich das damit erledigt hatte und kein weiterer Konzert-Traum erfüllt werden würde. Doch Gott sei Dank habe ich mich geirrt.

Heute wurden die Europa-Tourdaten der “Own the night”-Welttournee von Lady Antebellum bekannt gegeben. Und damit nicht genug, dass sogar drei Termine in Deutschland dabei sind, nein, sie spielen sogar in meiner Heimat München. Und das sogar an einem Termin, der perfekter nicht sein könnte – ein Samstag im Juli. Sehen wir vom Finanziellen einfach mal ab – es gibt Dinge, die sind ihr Geld mehr als wert. Und dieses Konzert, das weiß ich jetzt schon, wird definitiv dazu gehören.

Zwei Konzertträume innerhalb von 13 Monaten. Wer kann da noch von Zufall sprechen. Vielleicht ist mir auch einfach der Konzertgott wohlgesonnen. Meine Freude jedenfalls ist so oder so nur schwer im Zaum zu halten. Möge es doch nur bald Juli werden!

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